28.01.2014

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hatte im Jahr 2012 einem be­am­te­ten Ber­li­ner Feu­er­wehr­mann, des­sen wö­chent­li­che Ar­beits­zei­ten in der Zeit von 2001 bis 2006 über der eu­ro­pa­recht­lich zu­läs­si­gen Ober­gren­ze lagen, nach na­tio­na­lem Recht und Eu­ro­pa­recht einen An­spruch auf Geld­aus­gleich für jede zu­viel ge­leis­te­te Ar­beits­stun­de zu­ge­spro­chen. Al­ler­dings sei ein Teil der An­sprü­che ver­jährt. Auch der eu­ro­pa­recht­li­che An­spruch ver­jäh­re nach drei Jah­ren, wobei diese Frist am Be­ginn eines Jah­res für alle im Vor­jahr ent­stan­de­nen An­sprü­che zu lau­fen be­gin­ne (Ur­teil vom 26. Juli 2012 – BVerwG 2 C 70.11).

Diese Grund­satz­ent­schei­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in meh­re­ren Fol­ge­ver­fah­ren von Feu­er­wehr­leu­ten durch Ur­tei­le vom 16. Ok­to­ber 2013 um­ge­setzt, wobei es je­weils einen Teil der Aus­gleichs­an­sprü­che als ver­jährt an­ge­se­hen hat. Das Land Ber­lin sei nicht nach Treu und Glau­ben ge­hin­dert ge­we­sen, die Ein­re­de der Ver­jäh­rung zu er­he­ben. Die Vor­aus­set­zun­gen für eine zeit­wei­li­ge Hem­mung der drei­jäh­ri­gen Ver­jäh­rungs­frist wegen schwe­ben­der Ver­hand­lun­gen oder wegen des Ab­schlus­ses eines Still­hal­te­ab­kom­mens zwi­schen den Klä­gern und dem Land Ber­lin seien nicht ge­ge­ben. Die Re­vi­si­on gegen seine Ur­tei­le hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nicht zu­ge­las­sen.

Die hier­ge­gen ge­rich­te­ten Be­schwer­den meh­re­rer Klä­ger hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt mit Be­schlüs­sen vom 20. Ja­nu­ar 2014 zu­rück­ge­wie­sen. Den Rechts­sa­chen komme die von den Klä­gern gel­tend ge­mach­te grund­sätz­li­che Be­deu­tung in Bezug auf die Fra­gen der Un­zu­läs­sig­keit der Ver­jäh­rungs­ein­re­de und der Ver­jäh­rungs­hem­mung wegen schwe­ben­der Ver­hand­lun­gen oder wegen des Ab­schlus­ses eines Still­hal­te­ab­kom­mens nicht zu. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt habe auf der Grund­la­ge der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts und des Bun­des­ge­richts­hofs zu die­sen Fra­gen die maß­ge­ben­den Um­stän­de des je­wei­li­gen Ein­zel­fal­les fest­ge­stellt und ge­wür­digt. Mit An­grif­fen auf die fall­be­zo­ge­ne recht­li­che Wür­di­gung des Sach­ver­halts könne die Zu­las­sung der Re­vi­si­on wegen grund­sätz­li­cher Be­deu­tung nicht er­reicht wer­den. Damit sind die Ur­tei­le des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts rechts­kräf­tig.

BVerwG 2 B 2.14 – Be­schluss vom 20. Ja­nu­ar 2014

Vor­in­stan­zen:
OVG Ber­lin-Bran­den­burg 4 B 12.11 – Ur­teil vom 16. Ok­to­ber 2013
VG Ber­lin 26 A 4.08 – Ur­teil vom 24. No­vem­ber 2010

BVerwG 2 B 3.14 – Be­schluss vom 20. Ja­nu­ar 2014

Vor­in­stan­zen:
OVG Ber­lin-Bran­den­burg 4 B 11.11 – Ur­teil vom 26. Ok­to­ber 2013
VG Ber­lin 26 A 208.08 – Ur­teil vom 17. No­vem­ber 2010

BVerwG 2 B 6.14 – Be­schluss vom 20. Ja­nu­ar 2014

Vor­in­stan­zen:
OVG Ber­lin-Bran­den­burg 4 B 51.09 – Ur­teil vom 16. Ok­to­ber 2013
VG Ber­lin 5 A 189.07 – Ur­teil vom 26. März 2009