13.07.2012

Kurzbeschreibung: Als erstes deutsches Verwaltungsgericht hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) in Kooperation mit dem Landesjustizprüfungsamt, der Arbeitsgemeinschaft Verwaltungsrecht im Deutschen AnwaltVerein und den juristischen Fakultäten in Baden-Württemberg einen MootCourt, d.h. ein fiktives Gericht begründet, vor dem Studierende der Rechtswissenschaften juristische Praxis trainieren können. Erstmals am kommenden Freitag, dem 20. Juli 2012, ab 9.00 Uhr, wird der VGH-MootCourt öffentlich über einen beim VGH derzeit tatsächlich anhängigen Fall verhandeln, mit Zustimmung der echten Beteiligten.
Der VGH-MootCourt ist mit dem VGH-Präsidenten, der Präsidentin des Landesjustizprüfungsamtes, einem Rechtsanwalt, einer Jura-Professorin sowie dem VGH-Projektleiter besetzt. Er soll die Praxistauglichkeit der angehenden Juristinnen und Juristen in unserem Bundesland fördern. Bei dem am 20. Juli 2012 verhandelten echten Fall geht es in einem Normenkontrollverfahren um das von der Stadt Konstanz in einer Polizeiverordnung erlassene Glasflaschenverbot am Bodensee, das bereits in den Medien auf Resonanz stieß. Die Studierenden werden sich in ganz Baden-Württemberg hierauf durch universitätsinterne Seminare vorbereitet haben. Jede Fakultät schickt ihr Spitzenreiter-Team mit je vier Studierenden ins Rennen. Gemäß § 14 der eigens für den VGH-MootCourt erlassenen Verfahrensordnung werden insbesondere die Eingangsplädoyers (Aufbau, Argumentation, sprachliche Gestaltung, äußere Darstellung), die Leistungen im Rechtsgespräch (Eingehen auf Fragen des Gerichts, Eingehen auf gegnerisches Vorbringen, äußere Darstellung und Höflichkeit, Auftreten als Team) sowie die Schlussplädoyers (Argumentation, Berücksichtigung des Rechtsgesprächs, sprachliche Gestaltung, äußere Darstellung, schlüssige Antragstellung) bewertet. Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.

Weitere Informationen insbesondere zur Verfahrensordnung, zum Fall und den Aktivitäten der kooperierenden Universitäten finden Sie auf der VGH-Homepage unter dem Link „VGH MootCourt“. Konkrete Fragen beantwortet gerne der Projektleiter Herr RaVGH Prof. Dr. Jan Bergmann (Tel.: 0621/292-4393).